Größtes Artensterben seit den Dinosauriern – nicht im Friedfertigen Landbau!

Der jüngste Bericht der Vereinten Nationen zum Artensterben nennt schockierende Zahlen: eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Und verantwortlich ist der Mensch – vor allem durch die intensive Landwirtschaft.


Das derzeitige Artensterben schreitet zehn- bis hundertfach schneller voran als in den zurückliegenden zehn Millionen Jahren, inzwischen ist jede vierte Tier- und Pflanzenart vom Aussterben bedroht. 23 Prozent der Landfläche des Planeten gelten bereits jetzt als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden. Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht die Produktion von Nahrungsmitteln im Wert von bis zu 577 Milliarden Dollar pro Jahr.

Als wichtigsten Faktor des Artensterbens benennt der Bericht des Weltbiodiversitätsrats die Auswirkungen durch die Landwirtschaft. In den vergangenen 30 Jahren hat vor allem die intensive Landwirtschaft dazu geführt, dass biologische Vielfalt verloren ging: immer mehr Fläche wird für Weidewirtschaft und Ackerbau genutzt, es werden massiv Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt, um besonders hohe Erträge zu erzielen.

Gravierende Auswirkungen – was fordern die Experten?

Doch die Auswirkungen könnten noch viel gravierender sein, als der UN-Bericht sie schildert. Denn Wissenschaftler weisen anlässlich der Veröffentlichung des Berichts darauf hin, dass nicht nur eine Million Arten komplett von unserem Planeten verschwinden werden – die übrigen Arten erleiden zugleich massive Verluste ihrer genetischen Vielfalt. Diese ist aber der Garant für ein Überleben der Art – und somit sei das Artensterben noch viel dramatischer als bislang diskutiert. Auch früher häufige Pflanzenarten seien davon massiv bedroht.

Um dem massenhaften Artensterben noch gegenzusteuern, fordert der Weltbiodiversitätsrat grundlegende Änderungen bei der Landnutzung, beim Umweltschutz und der Eindämmung des Klimawandels. Doch lässt sich Landwirtschaft in unserer Zeit noch so betreiben, dass sie kein Artensterben verursacht, sondern im Gegenteil die Artenvielfalt fördert?
Der Friedfertige Landbau im Spessart zeigt, dass es geht.

Der Friedfertige Landbau bewahrt das Leben und schützt Tier- und Pflanzenarten – seit über 35 Jahren

Im Friedfertigen Landbau, wie er seit über 35 Jahren im Spessart praktiziert wird, gibt es keine Ausbeutung der Natur. Der Landwirt versteht sich als Teil des großen, lebendigen Kommunikationsnetzes der Natur. So ist er bestrebt wahrzunehmen, was die Pflanzen, aber auch die Bewohner des Feldes, die Tiere und das Bodenleben benötigen, um sie zu unterstützen und so dem Leben zu dienen.

Im Friedfertigen Landbau erhalten die Böden verdiente Ruhezeiten. Durch die Dreifelderwirtschaft mit Brache haben die Felder die Möglichkeit, sich alle drei Jahre zu regenerieren und neue Kräfte zu sammeln. Die Kleinstlebewesen im Boden erhalten Stärkung durch Natursubstanzen wie z.B. eigens angesetzten Brottrunk, Laub, Kompost oder Gesteinsmehl. Kunstdünger kommt nicht zum Einsatz. Das Bodenleben wird weder durch Mist und Gülle noch durch Kunstdünger malträtiert.

Der Boden wird schonend bearbeitet. Er wird nur leicht aufgelockert, um das Bodenleben zu schützen. Es ist der Boden selbst, der das Wachstum der Beikräuter reguliert, nicht der Landwirt durch das Spritzen von Herbiziden. Denn Beikräuter wie Mohn oder Kamille wachsen dort, wo sie für die Kulturpflanze oder den Boden hilfreich sind. Sogenannte „Unkräuter“ gibt es nicht.

Tiere als Geschöpfe Gottes haben ein Recht auf Leben

Im Friedfertigen Landbau gibt es keine so genannte „Nutztierhaltung“. Denn Tiere sind Geschöpfe Gottes und haben das gleiche Recht auf Leben wie wir Menschen, ohne dabei „genutzt“ bzw. ausgebeutet zu werden. Und um den frei lebenden Tieren ihren Lebensraum bei der Ernte nicht schlagartig zu nehmen, wird bewusst ein Teil der Ernte für die Tiere stehen gelassen. Er bietet den Tieren weiterhin Nahrung und Unterschlupf.

Auch bleiben beim Mähen der Fahrgassen in den Apfelgärten rechts und links Wiesenstreifen stehen. So behalten die vielen Kleintiere und auch die Feldhasen weiterhin ein Rückzugsgebiet. Im Umkreis der Äcker und in den Apfelgärten sind viele Vogelnistkästen aufgehängt. Steinbiotope und Hecken sind angelegt. Und damit die vielen wertvollen Helfer wie Bienen, Hummeln und weitere Insekten die Saison über ausreichend Nahrung finden, sind spezielle Bienenweiden und Blühstreifen angelegt.

Auf diese Weise schafft und schützt der Friedfertige Landbau Lebensräume für Tiere und Pflanzen und fördert die Artenvielfalt. Die Böden bleiben fruchtbar, das Grundwasser wird rein gehalten und das Klima wird geschont, da – anders als in der Nutztierhaltung – keine schädlichen Methangase anfallen. Auch werden keine Wälder zur Weidengewinnung gerodet.

Durch den Friedfertigen Landbau erhalten Tiere, Insekten und Kleinstlebewesen Nahrung und giftfreie Lebensräume, in den sich wieder eine natürliche Artenvielfalt einstellt. Alles in allem eine Art der Landwirtschaft, die beispielgebend ist in einer Welt, die Tier- und Pflanzenarten massenhaft zu verlieren droht.