Wohin steuert die Landwirtschaft? Der Friedfertige Landbau – die Zukunft für das Leben

Zu viel Dünger, zu viel Chemie, zu wenig Tierwohl – die Landwirtschaft sieht sich breiter Kritik ausgesetzt. Der Friedfertige Landbau zeigt, dass ein Anbau im Einklang mit der gesamten Natur möglich ist.

Eine Politik, die sich stärker am Umwelt- und Tierschutz ausrichtet – das fordert ein neues Positionspapier von 30 Umwelt-Verbänden. Gefordert wird die Umschichtung von EU-Direktzahlungen hin zu mehr Tier-, Umwelt- und Naturschutz. In der Landwirtschaft seien mittlerweile „die ersten roten Grenzen überschritten“.

Laut Naturschutzring haben es immer mehr Menschen satt, dass mit EU-Milliarden Betriebe gefördert werden, die der Umwelt schaden, z.B. durch großflächigen Anbau, Pestizide und Massentierhaltung.
Beschreitet die Landwirtschaft also bald neue Wege? Danach sieht es leider nicht aus: eine weitere Verschärfung der Düngevorschriften ist gerade gescheitert. Und auch beim Pestizideinsatz dürfte sich nicht viel ändern. Zwar wäre es laut einer neuen Studie für viele Betriebe möglich, ihren Pestizidverbrauch um durchschnittlich 42 Prozent zu senken – ohne Abstriche beim Ertrag. Doch der wirtschaftliche Druck behindert einen Sinneswandel.

Der Friedfertige Landbau – die Zukunft für das Leben

Dabei ist eine Landwirtschaft, die Natur, Mensch und Tieren gerecht wird, möglich – und sie wird bereits seit Beginn der 80er-Jahre in Deutschland praktiziert. Es ist der Friedfertige Landbau. Aus Achtung vor dem Leben verzichten die Landwirte im Friedfertigen Landbau nicht nur auf Chemie und Kunstdünger, sondern auch auf Mist und Gülle. Denn ein gesundes Bodenleben ist die Voraussetzung für gesundes Pflanzenwachstum – die scharfe, stechende Gülle aber erstickt das Bodenleben, von den negativen Auswirkungen auf das Grundwasser – Stichwort: Nitratbelastung – ganz zu schweigen. Gülle, die man entsorgen müsste, fällt im Friedfertigen Landbau übrigens gar nicht an. Aus Achtung vor dem Tier als Mitgeschöpf gibt es dort keine Nutztierhaltung.

Auch bei der Bearbeitung des Bodens achten die Landwirte im Friedfertigen Landbau darauf, dem Leben im Boden und in den Pflanzen mit Achtung und Fürsorge zu begegnen. So wird der Boden nur leicht durch Grubbern aufgelockert. Gepflügt wird nur im Ausnahmefall, und dann schonend und möglichst flach, um die Bodenschichten nicht unnötig durcheinanderzubringen. Im Jahreslauf erhalten die Bodenlebewesen regelmäßig Nahrung, z.B. in Form von Laub, Kleie oder Brottrunk, der auf die Felder ausgebracht wird.

Neben Getreide wachsen im Spessart auch Gemüse, Kräuter und Salat in dieser besonderen Anbauform. Die Erzeugnisse werden in Form von herzhaftem Steinmühlenbrot, Brotaufstrichen und Frischkräuter-Pestos, aber auch unverarbeitet in Gemüse- und Salatkisten an viele qualitätsbewusste Kunden weitergegeben. Zu beziehen sind die Lebensmittel aus Friedfertigem Landbau über Marktstände, Läden und den international tätigen Lebe Gesund-Versand.

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