Geht Europa bald das Obst aus?

Die Meldungen klingen dramatisch: in vielen europäischen Ländern wird die Obsternte 2017 deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren. Grund sind die zunehmenden Wetterextreme.


So gab es in Süddeutschland im Frühjahr heftige Frostschäden während der Apfelblüte. Angesichts der erwarteten Ernteeinbrüche haben Obstbetriebe an Bodensee und Neckar bereits Kurzarbeit beantragt, von einem Mengenrückgang um bis zu 70% ist die Rede. Man rechnet mit der geringsten Ernte seit 25 Jahren.

Auch Importe sind keine Lösung, um das in Deutschland fehlende Angebot auszugleichen, denn es mangelt überall an ausreichenden Mengen. So fehlen europaweit bei Bio-Äpfeln gegenüber dem Vorjahr rund 26% – bei stetig steigender Nachfrage.


Betroffen sind nicht nur Äpfel: Einbußen bis zu 70% soll es bei Sauerkirschen geben, 65% bei Pflaumen, bis zu 85% bei Heidelbeeren. Erwartet werden erhebliche Preissteigerungen bei Früchten und früchtehaltigen Produkten.

Klimaveränderung und Wetterextreme erschweren den Anbau

Wetterextreme machen auch dem südlichen Europa zu schaffen. Italien erlebt den heißesten Sommer seit zwei Jahrhunderten, noch nie hat eine Hitzewelle so lang angedauert. Bei Temperaturen um die 40 Grad musste die Weinlese vorverlegt werden, weil die Trauben auszudörren drohten.

Laut Experten weisen diese extremen Wetterereignisse darauf hin, dass wir es mit grundlegenden Klimaveränderungen zu tun haben. „Was wir im Moment erleben, sind nur die Vorboten“, so Uwe Schickedanz vom Deutschen Wetterdienst. Neu seien die Extreme, dass sich also z.B. Dürre und Starkregen abwechseln wie im Sommer 2017.

Was bleibt den Obstbauern bei diesen Aussichten? Die Hoffnung, dass ihnen der Lebensmitteleinzelhandel auch qualitativ schwächere Ware abnimmt. Denn bei dem, was trotz der Wetterkapriolen noch geerntet werden kann, sind spürbare Qualitätseinbußen zu erwarten.

Wertschätzung und Achtung vor der Natur:
der Friedfertige Landbau

Gutes, wohlschmeckendes und gleichzeitig makelloses Obst – das ist wohl auch in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. Um so mehr muss es jetzt darum gehen, der Natur und ihren Gaben mit Wertschätzung zu begegnen. Denn allen vom Menschen gemachten Erschwernissen zum Trotz: die Mutter Erde gibt und gibt, was sie nur kann. Sie dabei nach Kräften zu unterstützen, statt sie auszubeuten, hat sich der Friedfertige Landbau zum Ziel gesetzt.

Seit über 30 Jahren wird diese besondere Anbauform im Spessart praktiziert. Die Böden werden weder mit Mist und scharfer Gülle belastet noch mit Chemie und Kunstdünger. Stattdessen stärken die Landwirte das Bodenleben mit seinen Kleinstlebewesen, denn nur ein gesunder Boden kann gesunde Früchte hervorbringen. Darüber hinaus bekommt das Erdreich im veganen Friedfertigen Landbau auch regelmäßige Ruhephasen – aus früheren Jahren ist dies unter dem Namen „Dreifelderwirtschaft“ bekannt. So können sich die Böden wieder regenerieren und neue Kräfte sammeln.

Die klimatischen Bedingungen mögen eine naturnahe Landwirtschaft erschweren, doch die Landwirte im Friedfertigen Landbau begegnen der Natur mit Dankbarkeit, Achtung und Wertschätzung. Denn auch wenn Aussehen und Festigkeit der Früchte unter den Wetterextremen leiden: sie durften auf guter Muttererde reifen und geben die Kräfte, die sie dabei aufnehmen, gerne an uns Menschen weiter.

Zu beziehen sind die Lebensmittel aus Friedfertigem Landbau über den Lebe Gesund-Versand sowie über eigene Marktstände und Verkaufsstellen.

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